Laut einem MDR-Bericht sucht man in Halberstadt (Sachsen-Anhalt) private Bauherren, die die Lücken in der Altstadt wieder schließen.
http://www.mdr.de/mediathek/fernsehen/video207848_zc-7931f8bf_zs-2d7967f4.html
Die Halberstädter Altstadt wurde 1945, kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, zu 80% zerstört. Was die Bomben nicht zerstörten, wurde zu DDR-Zeiten abgerissen oder es verfiel. Von den gut 2000 Fachwerkhäusern im einstigen "Rothenburg des Nordens" sind heute nur noch wenige erhalten, etwa am Grudenberg, in der Bakenstraße oder in der Judenstraße.
Einige Fachwerkhäuser wurden rekonstruiert, insgesamt erhielt die Stadt jedoch ein modernes Stadtbild. Die Plattenbauten aus DDR-Zeiten wurden in den 1990ern zwar abgerissen, doch von einem Wiederaufbau nach historischen Vorbild kann keine Rede sein.
Den künftigen Bauherren hat die Stadt freigestellt, wie die neuen Häuser in der Altstadt aussehen sollen, weshalb die Baulücken wohl mit modernen Häusern geschlossen werden dürften. Rothenburg ob der Tauber wurde 1945 übrigens zu 40% zerstört, jedoch originalgetreu wieder aufgebaut. Kaum jemand merkt heute, dass einige Häuser erst 70 Jahre alt sind.
Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich das Bild in deutschen Städten verändert. Vieles wurde für immer zerstört, im Laufe der Jahre abgerissen oder dem Verfall preisgegeben. Eine Momentaufnahme.
Donnerstag, 10. Juli 2014
Dienstag, 8. Juli 2014
Stalinbauten in Magdeburg
Ein Stück Moskau finden wir sogar in Madgeburg, wie folgender Fernsehbeitrag zeigt, den der MDR im Rahmen seiner Reihe "Der Osten - Entdecke wo du lebst" am 22. April 2014 ausstrahlte.
Den Sozialistischen Klassizismus, auch Zuckerbäckerstil, finden wir nicht nur in Magdeburg, sondern auch in Berlin (Karl-Marx-Allee), Leipzig (Roßplatz), Eisenhüttenstadt (II. Wohnkomplex) und Dresden (Altmarkt, Nürnberger Straße, Wilsdruffer Straße). Der Sozialistische Klassizismus ist monumental, prunktvoll, reich verziert und wirkt auf Kritiker oft unharmonisch und selbstverherrlichend.
http://www.ardmediathek.de/tv/Der-Osten-entdecke-wo-du-lebst/Ein-Hauch-von-Moskau-in-Magdeburg/MDR-Fernsehen/Video?documentId=21200920&bcastId=9397858
Den Sozialistischen Klassizismus, auch Zuckerbäckerstil, finden wir nicht nur in Magdeburg, sondern auch in Berlin (Karl-Marx-Allee), Leipzig (Roßplatz), Eisenhüttenstadt (II. Wohnkomplex) und Dresden (Altmarkt, Nürnberger Straße, Wilsdruffer Straße). Der Sozialistische Klassizismus ist monumental, prunktvoll, reich verziert und wirkt auf Kritiker oft unharmonisch und selbstverherrlichend.
http://www.ardmediathek.de/tv/Der-Osten-entdecke-wo-du-lebst/Ein-Hauch-von-Moskau-in-Magdeburg/MDR-Fernsehen/Video?documentId=21200920&bcastId=9397858
Montag, 7. Juli 2014
Rekonstruierte Bauwerke in Deutschland
Laien und Menschen, die
sich nicht für Architektur interessieren und die nichts übrig haben für
historische Gebäude (gibt es sowas?!), merken meist gar nicht, dass historische
Bauwerke nach dem Krieg wieder aufgebaut (meist vereinfacht und abgewandelt)
oder rekonstruiert worden sind.
Manche Rekonstruktionen
sind in meinen Augen weniger gelungen oder sagen wir: nicht konsequent genug
umgesetzt. Etwa der Zuckerhut in Hildesheim, der etwas lieblos an einen
gesichtslosen Nachkriegsbau gezimmert wurde.
Das vielleicht
bekannteste rekonstruierte Bauwerk in Deutschland ist die Frauenkirche in
Dresden. Anders als Hofkirche, Zwinger und Schloss wurde die Dresdner
Frauenkirche zerstört (oder vielmehr: sie brannte vollständig nieder) und erst
Jahrzehnte später wieder neu errichtet.
Weitere
Rekonstruktionen:
- Stadtschloss in Potsdam
- Goethes Geburtshaus in Frankfurt
- Römer in Frankfurt am Main
- Alte Waage in Leipzig (Marktplatz)
- Knochenhaueramtshaus in Hildesheim
- Prinzipalmarkt in Münster
- Braunschweiger Schloss
- Rathaus und Löwen-Apotheke in Weimar
- Bürgerhäuser im Nikolaiviertel in Berlin (u.a. Lessinghaus und Gasthaus Zum Nußbaum)
- Ephraim-Palais in Berlin-Mitte
- Hotel Adlon in Berlin
- Kommandantenhaus in Berlin
- Kronprinzenpalais in Berlin
- Prinzessinnen-Palais in Berlin
- Neumarkt Dresden mit dem Taschenberg-Palais und den Cosel-Palais
- Leibnizhaus in Hannover
- Neues Schloss Stuttgart
- Löwenapotheke in Aschaffenburg
Donnerstag, 3. Juli 2014
Vereine für den Wiederaufbau historischer Bauwerke
Dieser Beitrag des Blogs widmet sich den Vereinen, deren lobenswertes Ziel es ist, Gebäude oder ganze Plätze zu rekonstruieren, die im Zweiten Weltkrieg (und leider auch danach!) zerstört wurden. Als Liebhaber historischer Bauwerke und Verfechter gelungener Rekonstruktionen begrüße ich das Vorhaben dieser Vereine.
Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden e.V.
DomRömer Frankfurt
Bürgerbegehren Altstadt
retten - Pro Altstadt Frankfurt e.V.
Altstadt Forum
Frankfurt
Pro Altstadt Frankfurt
e.V.
Altstadtfreunde
Nürnberg e.V.
Bürgerinitiative
Historische Rathausseite Halle (Saale) e.V.
Verein zur Förderung
der Östlichen Altstadt e.V. in Rostock
Förderverein Berliner
Schloss e.V.
Berliner Historische
Mitte e.V.
Gesellschaft
Historisches Berlin e.V.
StadtbilDD – Das
Korrektiv
Bürgerkomitee „Rettet
die Altstadt Stralsund“ e.V.
Förderverein Aufbau
Alte Schule e.V. in Wismar
Verein Potsdamer
Stadtschloss e.V.
Fördergesellschaft für
den Wiederaufbau der Garnisonkirche Potsdam e. V.
Neustädter Rathaus
Dresden – Initiative für den Wiederaufbau
Soweit eine
(unvollständige?) Liste aller mir bekannten Vereine. Es wäre wünschenswert,
wenn mehr solcher Vereine gegründet würden. Die eine oder andere Rekonstruktion
wünsche ich mir noch oder hätte ich mir in der Vergangenheit (nach dem Krieg)
gewünscht, etwa eine Rekonstruktion des Alten Rathauses in Lübben / Spreewald
oder die Rekonstruktion der zerstörten Häuser am Frauenplan in Weimar. Klar
ist, dass das Geld kostet, deshalb sind diese Vereine auf Spendengelder
angewiesen.
Mittwoch, 2. Juli 2014
Empfehlung für Altstadt-Freunde
Ein empfehlenswertes Forum für Architektur-Liebhaber und Freunde historischer Bauwerke.
http://stadtbild-deutschland.org/website/
http://stadtbild-deutschland.org/website/
Das Stadtbild in Deutschland
Meine Generation, selbst die Generation meiner Eltern, kennt nur das Deutschland, wie es heute aussieht. Wir haben uns so sehr daran gewöhnt, dass es für uns normal ist, dass in vielen Städten, den meisten Großstädten, die Architektur der 1950er und 1960er Jahre das Stadtbild prägt.
Dass sich deutsche Städte einst nicht verstecken mussten vor Städten wie Paris, Prag, Florenz, Sankt Petersburg oder Krakau, können wir wenig glauben, gäbe es nicht Städte wie Heidelberg, Regensburg, Bamberg, Speyer oder Erfurt in Deutschland. Doch einstige Perlen wie Dresden, Berlin, Hamburg, Köln, München, Hildesheim, Halberstadt, Leipzig, Chemnitz, Jena, Magdeburg, Frankfurt, Heilbronn, Stuttgart und vor allem Nürnberg wird es in vergangener Pracht nicht mehr geben. Schuld daran ist nicht nur der Krieg, sondern auch der lieblose Umgang mit der historischen Bausubstanz.
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